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 Nordspanien II. / España verde II. / L'Espagne verte II. / Green Spain II. 2019 

 Tour Kantabrien/Asturien 

 

lizenzfreie Music von Jamendo

 


 Vorbericht

Im kommenden Jahr (2019) wollen wir die Welle weiter Richtung Westen hinaus reiten. Nordspanien II., die logische Fortsetzung der Tour Nordspanien I. (2017), in einer der außergewöhnlichsten Landschaften Spaniens, dem Kantabrischen Gebirge mit den Picos de Europa, steht an.

Bei der Tour aus 2017 hat man schon mal er-fahren können, was weiter im Westen möglich ist. Die Tour soll deshalb als Schwerpunkt die spanischen Provinzen Kantabrien und Asturien unter die Räder nehmen, zum Kurvenräubern aber auch das nördliche Kastilien-Léon und das westliche Baskenland nicht schmähen. Es gilt den Anschluss an das Vergangene zu halten und dabei trotzdem Neues zu entdecken.

Wieder werden wir darauf abstellen, dass man im grünen Spanien mit besonderen, klimatischen Verhältnissen zu rechnen hat. Die Tour wird deshalb knapp 2 Wochen in Anspruch nehmen, was uns „sehr traurig“ macht. Wir wollen zum Einen Schlechtwetterphasen aussitzen zu können, zum Anderen einen möglichen Test mit Blick auf kommende Touren „die nicht unter zwei Wochen verlaufen könnten“, fahren.

Aktuell sind 5 Mitfahrer dabei. Die Planung sieht derzeit eine Kapazität von 6 Fahrer/ 6 Motorräder vor. Wir werden sehen was sich in Sachen Team noch entwickelt.

In Sachen Fahrzeugkombination haben wir wieder einmal versucht andere Wege zu gehen. Das Zugfahrzeug ist bereits geordert und wir sind gespannt, was uns erwartet, während wir beim Transport der Bikes auf Bewährtes zurückgreifen.

Die Motivation Touren zu fahren kann man an so Tatsachen messen, dass eine kleinere Kurztour von 3 Tagen (Herbst 2018), trotz teils schwieriger Wetterverhältnisse, 9 Fahrer auf den Plan ruft.

 

 

 

 P l a n u n g 

(Stand: Jun. 2018)

  von nach Touren/-kilometer   Übernachtung
1. Tag Nürnberg Nordspanien   Anfahrt
2. Tag Nürnberg Nordspanien   Anfahrt
 
3. - 12.Tag     10 mögliche Touren (ca. 3100)/Relaxtage
  Reinosa
13. Tag Nordspanien Nürnberg   Rückfahrt  
14. Tag Nordspanien Nürnberg   Rückfahrt  
      Gesamt: ca. ???? km    


Juni 2018:

- Termin festgelegt

- Zusage Dieter, Rolf, Martin, Many

August 2018:

- Anmietung 6er-Anhänger (FiWeCo) 

- 3 mögliche Unterkünfte im Bereich Kantabrien reserviert für Juni 2017

- Organisation Transportfahrzeug (Dieter)

- Zusage 6ter Mitfahrer noch offen

Oktober 2018:

- Zusage Peter

 

Das Team (Stand Oktober 2018): Rolf, Dieter, Many, Martin, Peter, Kalle

 

Stand: 18.10.18


 

W i r   s i n d   z u r ü c k !

 

18.06.2019: Transportfahrzeuge  zurückgegeben

Stand: 16.06.19


 

 Nordspanien / España verde / L'Espagne verte / Green Spain 2019 

 

D i e   T o u r e n


 

Infobox:

 Nordspanien II.: Kantabrien / Asturien / Baskenland / Kastilien 2019 

Datum Tour Tourenkilometer
Sa./So., 01./02.06.19 Anfahrt Nürnberg - Reinosa (Soto)
*ca. 1800 km
Mo., 03.06.19
Tour der Stauseen
ca. 380 km
Di., 04.06.19
Tour NordWest I.
ca. 220 km
Mi., 05.06.19 Relax-/Kulturtag Santander
*ca. 200 km
Do., 06.06.19
Tour Ebro
ca. 280 km
Fr., 07.06.19
Tour NordOst I.
ca. 290 km
Sa., 08.06.19
Tour NordWest II.
ca. 300 km
So., 09.06.19
Relax-/Kulturtag Burgos
*ca. 250 km
Mo., 10.06.19
Tour West
ca. 305 km
Di., 11.06.19 Tour Süd (Kastilien) ca. 300 km
Mi., 12.06.19
Tour NordOst II. (Castro Urdiales) ca. 340 km
Do., 13.06.19 La Bestia Dorso Geburtstagstour (Tour Nord - San Vicente de la Barquera) ca. 275 km
Fr. 14.06.19 Abschiedstour ca. 165 km
Sa./So., 15./16.06.19
Rückfahrt Reinosa (Soto) - Nürnberg
*ca. 1800 km
    Gesamt ohne *: ca. 2850 km

 

 

Tourenteilnehmer/Viajeros/Compagnons de vojage/Passengers:

 Bild links v.l.n.r.: Dieter L., Rolf F., Martin R., Manfred P., Kalle L., Peter L.

 

Fotos Nordspanien II. 2019

 

 

Tourenbericht Nordspanien II.

Die Planung dieses zweiten Teils der "Nordspanien-Konzepttouren" ging diesmal relativ leicht von der Hand. Man wollte auch Unwägbarkeiten aus der letzten Tour ausschließen. Um in das ca. 1800 Kilometer entfernte Reinosa als Ausgangspunkt der Einzeltouren zu kommen, griffen wir wieder auf das bereits mehrfach erprobte und bewährte Transportkonzept (Zugfahrzeug + Anhänger) zurück.

Aufgrund unserer diversen Erfahrungen mit verschiedenen Zugfahrzeugen bei einigen Touren über mehrere hundert Kilometer An- und Rückfahrt, sollte es dieses Mal allerdings ein wesentlich bequemeres Sesselwägelchen für uns sein.

Dieter hatte im Netz recherchiert und war dabei schließlich auf das Angebot der Firma Wendt gestoßen.

Die Idee sich so ein Fahrzeug zu nehmen, kann man gern als dekadent bezeichnen. Aber letztendlich ging es uns darum enspannt und ausgeruht da anzukommen, wo wir dann auch ausgeruht und entspannt unsere Tagestouren fahren wollten, ohne dass man sämtliche Knochen in seinem Leib bereits nach der Hinfahrt spürt. Die haben ja schließlich alle ihre Vorgeschichte. Vorweg, es war die absolut richtige Entscheidung.

In Sachen Motorradanhänger hingegen gibt es nichts Neues zu berichten. Das Konzept von Werner Fischer (Fiweco) mit seinen Anhängern ist stimmig und passt voll zu unseren Bedürfnissen. Wir werden wenn möglich bei zukünftigen Touren weiter darauf zurückgreifen.

Als Ausgangspunkt für unsere Tagestouren sollten wir im El Montero in Soto, ca. 10 Kilometer westlich von Reinosa unterkommen. Das Hotel/ die Herberge (wie einige andere davor auch) sollte in allen Belangen auch wieder zum riesigen Glücksfall für uns werden.

Das Team bestand diesmal aus 6 Fahrern. Koffer und Gämm konnten diesmal nicht mit dabei sein. Es bleibt also bei den wechselnden Teambesetzungen, was wahrscheinlich eher positiv für das Zusammenwirken und das Gesamtgefüge ist. Man könnte es auch unter dem Motto „sechs verseuchte Kurvenverrückte ein Gedanke“ zusammenfassen. Wie es dann ausgeht, kann sich jeder selbst ausmalen . . .

Was das Tourgebiet betrifft, so reicht es fast aus, die in den folgenden Bericht eingebetteten Fotos sprechen zu lassen . . .

 

1./2. Tag, Samstag/Sonntag, 01./02.06.2019

Aufladen und Anfahrt Schwaig – Soto/Reinosa

Nachdem an diesem Samstag einer nach dem anderen bei Rolf in Schwaig eingetrudelt war, wurde zunächst einmal unser außergewöhnliches Transportfahrzeug ausgiebig in Augenschein genommen, bevor das Aufladen so richtig los ging. Was uns da an Komfort geboten wurde, überraschte zunächst, weil wir eigentlich mit dessen Umfang nicht gerechnet hatten.

Die Arbeit ging dann natürlich schnell von der Hand, Übung und Erfahrung hatte man die letzten Jahre ja genug sammeln können.

So konnte man bereits kurz vor Mittag in die Anfahrt starten. Man hatte sich von der Anfahrtsstrecke, sowie vom Zeitansatz her, auf einen ähnlichen Verlauf wie bei der Tour Nordspanien I. aus 2017 eingestellt. Nur dass wir diesmal eben ca. 100 Kilometer weiter im Westen untergebracht sein sollten. Wie es halt immer so ist, geht mit dem Abfall der Anspannung durch die Vorfreude schnell Langeweile einher. Und so dauerte es wieder einmal nicht lange bis . . .

. . . sich die nicht zu bändigenden Emotionen schlagartig ihren Weg gebahnt hatten. Die Ausblicke bei der Fahrt entlang der baskisch/kantabrischen Küstenautobahn steigerten noch die Vorfreude auf die vor uns liegenden Touren, und gaben uns aber auf der anderen Seite, zum Ende der Anfahrt, auch den Rest.

Man wollte schließlich endlich ankommen. Zur Mittagszeit des Sonntag, nach knapp 24 Stunden, war es dann endlich soweit. Wir trafen im El Montero ein.

Es war schnell abgeladen, das jeweilige Zimmer in Beschlag genommen und sich eingerichtet. Schnell war auch die Entscheidung zugunsten einer Aklimatisierung, anstatt einer WarmUp-Tour gefallen.

Wir hätten da bereits zu den Mittagstapas ahnen können, was uns im El Montero für die nächsten, fast 2 Wochen essenstechnisch erwartet. Das Abendmenu bestätigte dann unseren ersten Eindruck und unsere Hoffnungen.

Am darauffolgenden Tag sollte es endlich in unsere erste Picos-Tour (Picos de Europa) gehen.

 

3. Tag, Montag, 03.06.2019

Tour der Stauseen

Nach unserem ersten, aber ausgiebigen Frühstück im El Montero, wollten wir mit unserer ersten Tagestour ein „ein paar“ Runden um/an den „nahegelegenen“ Stauseen drehen. Der Plan war die Stauseen (Embalses) von Aguilar, von Camporedondo/Compuerto, von Ruesga und schließlich den von Riaño, zu umrunden, bzw. daran entlang zu fahren.

So steuerten wir an dem Morgen, gegen 09.00 Uhr zunächst in Richtung Aguilar de Campoo. Natürlich hätten wir hierzu auch das schnelle Teerband der Autovia Cantabria – Meseta (A-67) nehmen können. Aber wir wolltens an dem Tag von Anfang an grob und so kamen wir an dem Tag auf „anderen“ Straßen nach Aguilar de Campoo.

Die Kunst beim Tourguiden ist es u.a. auch, die anderen in dem Glauben zu lassen man hätte richtig geil, geteerte Strecken ausgearbeitet, um dann beim plötzlichen Einbiegen und Befahren von Jahrhunderte alten Eselsstrecken, den Unschuldigen und Überraschten zu geben. Blöd isses halt bloß wenn man tatsächlich überrascht wurde und dann den Unwissenden geben muss. Ein Spiel mit doppeltem Boden.

Egal wie, man kann beim Touren in Spanien nicht darauf vertrauen, dass schon alles von der EU „durchgesponsert“ wurde, bzw. das Sponsering überall angekommen ist. Meist führen dann solche alten „Wege“ durch landschaftlich äußerst reizvolle Gegenden. Jedenfalls gabs von unserem Streckengutachter Many mit seinem „Streckenfühler“ SpeedTriple zu diesem frühen Zeitpunkt noch keine Unmutsbekundungen, es gab also noch volle Punktzahl und es war noch Luft nach "unten" . . .

So führte unser Weg weiter nach Aguilar de Campoo über die CAs 284/834 und die PP-2201.

In Aguilar de Campoo ist der erste Blickfang die auf dem Felsen über der Stadt thronende Burg (Castillo). Der zweite ist die Staumauer die den Fluss (Rio) Pisuerga an seinem freien Abfluss Richtung Osten hindert.

Zu eben jener Staumauer wollten wir kommen, weil diese zu befahren, möglich war. Peter, Martin und ich befuhren bereits bei der Tour Nordspanien 2010 das Bauwerk von Süden nach Norden.

Diesmal sollte es eben andersherum gehen.

Der Fotostopp auf der Staumauer ist dann obligatorisch.

Dann sollte es auf der PP-2131 und somit am Südufer des Campoo-Stausees in Richtung Westen gehen, dabei hatte man auf den Stausee selten einen freien Blick.

Bei Salinas de Pisuerga wechselten wir auf die „höher kategorisierte“ CL-626, die uns über Cervera de Pisuerga, ins ca. 50 Kilometer entfernte Guardo führte. Nach einer ziemlichen Schleife um den Riano-Stausee sollten wir später in Guardo noch mal zu Mittag vorbei schauen.

Zunächst gings für uns aber erstmal nach Velilla del Rio Carrión. Dort kommst du zunächst an dem für den Ort übertrieben großen Kraftwerk mit seinem Kühlturm vorbei. Der Bau wirkt deswegen auch seltsam deplaziert, weil er überhaupt nicht in die von sanften Hügeln gesäumte Landschaft passt.

Wir sollten dem Monstrum bei der oben angesprochenen Schleife später am Tag noch zwei Mal begegnen. Die P-215/L-215 entlang des Rio Besandino und dem Embalse de Besando begleitete uns dann auf unserem weiteren Weg nach Norden, eine Strecke auf der du dich für anspruchsvollere Aufgaben sauber einschwingen kannst. Die ca. 25 Kilometer lange Strecke wird über Besande und Siero de la Reina nach Boca de Huergano fahrerisch immer anspruchsvoller. Schließlich mündet sie bei eben jenem Boca de Huergano in die Carretera (vergleichbar Bundesstraße) N-621.

Die nur knapp 8 Kilometer lange Strecke entlang des nördlichen Ufers des Riano-Stausees ins gleichnamige Städtchen zählt zu meinen beliebtesten Kombinationen aus Landschaft und Motorradstrecke. Eine breit ausgebaute, mit etlichen langen, schnellen Kurven bestückte, gut geteerte Straße, die stets einen Blick auf den See, mit einem gigantischen Panorama Richtung Westen frei gibt und die ich das Glück hatte, sie seit 2000 schon vier Mal befahren zu dürfen. Bei Annäherung erkennst du neben dem Städtchen auch die beeindruckende Brücke die dich weiter auf der N-621 über den Stausee nach Südwesten direkt ins Herz Spaniens, nach Kastilien, bringt.

In Riaño wich das Schmachten kurz der Zuwendung einem rein, technischen Vorgang, dem Spritfassen. Peters Dorso war wieder einmal mit dem immer kostbarer, werdenden Stoff zu versorgen. Mit dem Kauf relativ aktuellen Kartenmaterials, sollte auch wieder die emotionale Seite bedient werden, dies natürlich auch mit der Weiterfahrt über den Stausee Richtung Süden.

Immer noch sollte es für uns weiter auf der N-621, diesmal über die Riaño-Brücke. Das Stauseepanorama bei der Überfahrung der Brücke beidseitig genießen zu können, ein wirklich einmaliges Erlebnis.

Wenn du die Brücke hinter dir gelassen hast kommst du, immer noch auf der N-621, bei Las Salas automatisch an die Staumauer. Ab da teilen sich die Fahrbahn und der Fluss (Rio) Esla, den engen, schluchtähnlichen Taleinschnitt, was zwangsläufig dazu führt, dass sich die Strasse den Windungen des Flusses anschmiegen muss. Die N-621 führt dann bis Cistierna weiter entlang des Rio Esla.

Bei Cistierna war sozusagen der Wendepunkt der Tour schon überschritten und man sollte kurvenmäßig zunächst wieder in ruhigere „Gewässer“ kommen. Der geplante Tourverlauf sah dann zunächst vor, kurz hinter Puente Almuhey die CL-626 in Richtung Norden nach Prioro zu verlassen, um nochmal an die Südseite des Riano-Stausees zu kommen und um die als landschaftlich in der Michelinkarte 142 (Asturien/Costa Verde) als grün und kurvig ausgewiesene L-232 zwischen Prioro und Besande befahren zu können.

Zu diesem frühen Zeitpunkt war bereits absehbar, dass diese „Einschwingtour“ die 350er-Marke locker knacken würde und trotzdem fuhren wir den Haken über die L-232 und damit über die Puertos (Pässe) de (von) del Panda (1432m) und den von Monteviejo (1433m).

Dann fuhren wir in einem relativ kurzen, scharfen Ritt in das südlich, gelegene Guardo, um dort endlich eine verkürzte Mittagspause zu machen.

Da sitzt du dann bei äußerst angenehmen Temperaturen vor der Bodega und verzehrst das übliche Bocadillo (längliches Weißbrot) mit Jamon Iberico (rohem Schinken) und Queso Manchego (Käse), um dann feststellen zu dürfen, dass dir die obligatorische Runde mit Café con Leche (Milchcafé) von zwei einheimischen Stammkneipplern, aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen spendiert wird. Natürlich nimmst du diesen „Fehdehandschuh“ auf und parierst, nachdem du dich über deren bevorzugtes Getränk informiert hast, schlagfertig mit einer Runde Weißwein für die/den edlen Spender, wenn sie das nächste Mal ihre Stammkneippe betreten . . . touché.

Die weitere Planung sollte uns dann zunächst nochmal durch Velilla del Rio Carión führen, so durften wir ein weiteres Mal die Anlage mit dem Kühlturm "bewundern".

Ein weiteres Highlight lag mit der Befahrung der nördlichen Ufer der Embalses (Stauseen) de (von) Compueiro und Camporredondo vor uns. Hier war freies Fahren außerhalb der Gruppe auf einer Strecke, die Peter, Martin und ich bereits bei der Tour 2010 in die entgegen gesetzte Richtung befahren hatten. Die Komposition/Kombination aus astreinem Asphalt, Kurvenlagen, kaum Verkehr und Landschaft auf über knapp 50 Kilometern der P-210 ist unschlagbar und dürfte selbst in spanischen Gefilden ihres Gleichen suchen, man würde hier mindestens 9 von 10 Punkten vergeben. Für mich reiht sich die Strecke weit vorne unter den Top 10 Strecken, die ich in Spanien kenne, ein.

Leider vergehen solche Momente wie im Flug. Der Satz sollte nicht missinterpretiert werden. Als Motorradfahrer halte ich nichts von den hirnlosen Rasern und Motorposern unserer Zunft, die keine Rücksicht auf die vorherrschenden Umstände nehmen, die sie und vor allem die anderen „Anständigen“ dann evtl. auszubaden haben.

Manchmal darf man sich doch die Fragen stellen, ob die Masse in der Denkstube mit dem vorpubertierenden Verhalten korreliert, und/oder das Verhalten die vermeintliche „Länge“ des Gemächts kompensieren soll. Man ist oft sprachlos wenn man wieder einmal dem großen Vakuum begegnet. Allein die immer häufig werdenden Begegnungen mit der großen Leere, überraschen . . . noch . . . aber das wird sich auch irgendwann einpendeln.

Ich hab deshalb Verständnis für diejenigen, die z.B. an so endgeilen Strecken wie dem Namlos leben und Horden von uns ertragen müssen unter denen wiederum die beschriebenen Hirnlosen und „Genitalkleinwüchsigen“ in den letzten Jahren scheinbar immer mehr wurden, wobei eben ein Ende leider noch nicht in Sicht ist. An Irgendwas muss man ja Rumspielen und da wendet man sich dann meist dem vermeintlich Größeren zu . . .

Andererseits muss ich auch als Biker den Kopf schütteln, wenn Jahrzehnte lang seitens der Entscheidungsträger zugeschaut wird, wie Situationen schön langsam eskalieren, um dann von hörigen Bleistiftspitzern völlig sinnfreie Versuche zur Verkehrsregelung vornehmen zu lassen, an denen man merkt, dass man als Verkehrsteilnehmer nur ausgenommen und damit für dumm verkauft werden soll.

Gerade Österreich sollte im eigenem Interesse (Tourismus) tunlichst bald die Balance finden, damit ihm die Quelle seines Reichtums nicht versiegt.

Es ist halt wie immer, wenn rücksichtslose Hirnlose auf hirnlose Rücksichtslose treffen und zusätzlich die große Unbekannte im Hoserl dazu kommt. Dann findet man leider keine anderen Mittel als Einschränkungen und Verbote und/oder diese zu umgehen und zu überschreiten.

Soweit der Ausflug in die „Verkehrsphilosophie“.

Zurück zur Tour. Unser Ritt war weit nachdem wir die Stauseen hinter uns gelassen hatten noch nicht vorbei und endete eigentlich erst wieder in Cervera de Pisuerga. Dort sollte die letzte Etappe unserer ersten Tagestour eingeleitet werden.

Bis Salinas de Pisuerga (am Stausee Aguilar de Campoo) wars nur noch einen Katzensprung von knapp 10 Kilometern. Hier wollten wir nochmal versuchen über San Mamés de Zalima/Renodo de Zalima (P-231) ein Stück weit am Stausee entlang zu fahren. Die Abfahrt zur west-östlichen Befahrung verpassten wir zwar, aber dann sollte es eben eine Schleife von Renodo de Zalima nach Mamés de Zalima, zurück bis nach Salinas de Pisuerga werden. Von dort gelangten wir schließlich wieder nach Aguilar de Campoo.

In Aguilar wechselten wir schließlich auf die P-220 nach Norden Richtung Brañosera. Ein weiterer Abschnitt auf der PP-2204 und mit Einfahren in die Region Kantabrien brachte uns die CA-280 schließlich zurück ins heimatliche Soto/Espinilla.

Trotz der über 350 Kilometer sollte es für uns noch ein Anstossen auf die Tour geben. Selbst für eine vorabendliche Siesta sollte uns noch Zeit bis zum abendlichen Menu bleiben.

An dem Tag hatten wir offensichtlich alles richtig gemacht. Wir hatten es schon seit dem Abend unserer Ankunft und unserem ersten Abendmenu im El Montero geahnt. Eine phantastische Fortsetzung setzte diesem Tag dann noch die Krönung auf. Gut, dass wir Mittags nicht so ausgiebig gegessen hatten.

An dem Abend lernten wir unseren holländischen Tourkumpel Sytze kennen.

Er war auf der Durchreise und hatte auf seiner heutigen Tour irgendwo im Nirgendwo sein teures Apfel-Endgerät verloren. Natürlich lässt man einen Biker in Not nicht hängen. Es gelang unseren Premium-Technikern Martin und Peter zumindest die derzeitigen Koordinaten des Handy zu ermitteln und diese Daten in die Navis zu übernehmen.

Da eine unserer geplanten Touren in abgewandelter Routenführung eh in die Richtung des vermeintlichen Liegeortes gehen sollte, beschlossen wir für den nächsten Tag eine Holländische-Apfel-Suchaktion in die Tour einzubauen. Ob wir Sytze helfen und sein verlorenes Handy wiederfinden konnten, erfahrt ihr demnächst in . . .

„Die Suche nach dem verlorenen Apfel“

 

4. Tag, Dienstag, 04.06.2019

Tour NordWest I.

„auf der Suche nach dem verlorenen Apfel“

Martin und Peter hatten gestern Sytzes Handy orten können. Solange es online war, wollten wir mit einer „direkten“ Tour versuchen, es möglichst schnell zu finden und zwar bevor dessen Akku alle war, ohne dass dabei der Spaß zu kurz kommen sollte und ohne dass wir unsere eigenen Planungen deswegen hinten anstellen wollten.

An dem Morgen sollten wir also zur gewohnten Zeit (09.00 Uhr) zum ersten Mal nach Norden fahren. Unsere Unterkunft lag direkt an der Auffahrt in den Naturpark Saja – Besaya, an der CA-280.

Als „Unbekannte“ integrierte sich Sytze an Position 2 in die Gruppe.

Mit der Abfahrt vom El Montero steigst du gleich in die Kurven ein und hast wenig Zeit dich aufs Einschwingen vorzubereiten. Wir waren kaum ein paar Hundert Meter gefahren, da hatten wir schon den ersten Kontakt mit Weidevieh. Ein weiterer Grund gleich mit voller Konzentration an die Strecke über den Puerto (Pass) de (von) Palombera heran zu gehen.

Der Pass eröffnet beim Überfahren in nördlicher Richtung einen intensiven Blick in die Sierra (Gebirgskette) de Bárcena Mayor mit ihrer höchsten Erhebung Abedules (1410 m).

Beim Unterschreiten der Baumgrenze bewegt sich die CA-280 dann durch extreme Kurvenlagen abwärts in das Valle (Tal) de (von) Cabuérniga, zunächst ohne nennenswerte Bebauung, im unteren Bereich nach ca. 20 Kilometer dann mit einigen kleineren Ortschaften.

Ab der Ortschaft Terán bogen wir von der CA-280 nach links in die CA-182, Richtung ins 15 Kilometer entfernte Puentenansa. Die CA-182 ein weiteres Meisterstück der spanischen Strassenbaukunst, wie geschaffen fürs Motorradfahren.

In Puentenansa war dann wieder mal Spritfassen angesagt. Schließlich war bei unserer weiteren Fahrt nach Süden nicht abzusehen, wo das nächste Mal Tanken möglich sein sollte.

Die weitere Fahrt sollte auf der CA-281 nach Tudanca/La Lastra stattfinden. La Lastra/Tudanca. Die Namen klangen mir schon seit mehr als 2 Jahrzehnten in den Ohren. Die Orte am La Lastra-Stausee tauchten in den 90ern mal mit entsprechenden Fotos in einem Bericht des Tourenfahrer auf.

Seit damals war es mir nicht gelungen die Strecke in eine Tour einzubauen, die spektakulären Fotos von damals hingegen haben sich tief in mein Tourgedächtnis eingebrannt. Heute sollte es also endlich soweit sein, die optischen Sehnsüchte in die Realität umzusetzen.

Zunächst wollten wir jedoch unsere Unterstützung für einen in Not geratenen Biker nicht vergessen. Sytzes Handy musste nach erneuter Ortung im Bereich zwischen Puentenansa und Sarceda liegen. Martin konnte den Bereich noch genauer eingrenzen. Trotzdem könnte man vermuten, dass die Ortung derart ungenau ist, dass ein Auffinden des „Apfel" zu einer größeren Suchaktion ausarten würde. Das Gegenteil sollte der Fall sein. Das Handy lag ziemlich genau da, wo es vorher geortet wurde und so hatten wir keine Zeit für unsere weitere Tour verloren. Segen und Fluch der Technik.

Welch Freude für alle Beteiligten und welch Vorfreude auf das was jetzt unmittelbar vor uns lag. Ab La Lastra hangelt sich die CA-281 in nur wenigen Kurven und Kehren derart die Felsen hoch, dass auch durch den engen Taleinschnitt der Eindruck entstehen könnte, es ginge hier endlos in die Tiefe. Na gut, es geht da auch ziemlich „runter“, man muss es wirklich nicht ausprobieren, indem man die Fahrbahn ungewollt verlässt. Aber wer will das schon. Es zu beschreiben ist letztendlich schwierig, deshalb . . .  

Bei einer weiteren Tour, ein paar Tage später sollten wir dieses außergewöhnliche Stück Gebirgsstraße noch einmal fahren. Für uns sollte es dann noch weiter in den Süden gehen.

Wir verließen also die CA-281 und wechselnden auf die kastilische CL-627 Richtung Cervera de Pisuerga. So überquerten wir den Puerto (Pass) de (von) Piedrasluengas. Von hier hast du einen brutalen Blick in die asturianischen Picos de Europa . . .

. . . dann sollten wir in Camasobres, dem südlichstem Punkt unserer heutigen Tour, kurz einkehren.

Dort revanchierte sich Sytze mit einem Café con Leche für unsere Unterstützung bei der Suche nach seinem Handy und hier sollten sich dann auch unsere Wege trennen. Er meldete sich später am Abend aus der Nähe von Pamplona.

Wir setzen unseren Weg wieder auf der CL-627 diesmal in Richtung Norden fort, in der Region Kantabrien benennt sich die CL-627 in die CA-184 um. Auf der sind auf den 25 Kilometern bis Potes derart brutale Kurvenlagen möglich, dass du um die Schönheit der Landschaft zu genießen, schon mal anhalten musst.

In Potes wechselnden wir zwangsläufig auf die N-621 um später die Desfiladero (Schlucht) de la (von) Hermida zu fahren. Dieses Teilstück sollten wir an einem anderen Tourtag auch nochmal unter die Räder nehmen.

Bei la Hermida waren wir erst knapp durch die Hälfte der Schlucht gefahren, um Richtung Osten auf die CA-282 wieder zurück nach Puentenansa zu gelangen. Wir sollten die Desfiladero de Hermida bei einer späteren Tagestour nochmal in die entgegen gesetzte Richtung fahren.

Die CA-282 eine kleine anspruchsvolle, enge, gut geteerte und kurvenreiche Landstraße, die dir schon Einiges an motorradfahrerischen Geschick aus der Hüfte leiert und zwar auch weil du in ihren ersten Kilometern auf den Kehren zwischen La Hermida und Linares aufpassen musst, dass dich „etwas“ ungeübtere Fahrer im Gegenverkehr nicht vom Bock schießen, während die anderen „Ungeübten“ vor dir in „englischer Fahrweise“, aus Angst vor einem vermeintlichen Abgrund, die komplette Straßenbreite brauchen.

Auf der Strecke befinden sich nebenbei erwähnt, die Collados de Hoz und Ozana. Mit jeweils 658 und 560 Metern nicht die höchsten Pässe in der Gebirgkette Penarrubia.

In Puentenansa angekommen nutzten wir noch einmal die Gelegenheit zum Tanken, bevor wir uns wieder auf der CA-182 zurück ins Valle (Tal) de (von) Cabuérnica und somit endgültig auf den Weg zurück zum El Montero machen sollten. Dieses Mal sollten wir die CA-182 anders, schneller als am Morgen angehen. Bei wenig bis kaum Verkehr ein besonderer Spaß.

Die knapp 30 Kilometer auf der letzten Etappe der heutigen Tour, auf der CA-280, Richtung Süden durch die Sierra de Bárcena Mayor und über den Puerto (Pass) de (von) Palombera eröffnete nochmal andere Blickwinkel und war somit der fahrerisch krönende Abschluss für heute.

Nach „nur“ knapp über 200 Kilometern, was völlig ausreichte unseren Kurven-/LandschaftsAkku schnellzuladen, gabs für uns natürlich noch den flüssigen Tourabschluß. Schließlich begab man sich zur Ruhe, um gestärkt in die zweite „Runde“, das abendliche Menu, gehen zu können. Dabei beschloss man die morgige Tour . . .

 

5. Tag, Mittwoch, 05.06.2019

Relax- und KulTour-Tag in Santander

Ähnlich wie bei der Tour Nordspanien 2017, hatte man sich am Vorabend auf einen fahrfreien Tag, bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Gesamttour, geeinigt. Diesen wollten wir in Santander, der Hauptstadt der Region Kantabriens, verbringen.

Dabei waren 2 Schwerpunkte geplant. Zuerst sich einen Überblick auf dem „Hausberg“ Santanders von der Stadt selbst zu verschaffen und dann die gewonnen Erkenntnisse in der Stadt selbst fortzusetzen.

Rein von der Lage her sollte die erste Aufgabe einfach zu lösen sein. Der Hausberg Santanders, der Peña Cabarga, war mit seinen 569 Metern, nur über eine Auffahrt, der CA-412, zu erreichen. Das Unterfangen, auf den Hügel im Naturpark Macizo de Pena Cabarga zu kommen, erwies sich dann jedoch als ganz so einfach und kostete uns ca. eine Stunde "Rumfahrerei, bei der wir die verschiedenen Möglichkeiten zu der Aussichtsplattform zu kommen, kurz antesten wollten". Wir Drols waren wohl heut morgen mit dem falschen Navigationsfuß aufgestanden. Die sinnfreie „Anstrengung“ da hoch zu kommen lohnte sich allerdings.

Nicht nur der atemberaubende Blick auf die Bucht . . .

. . . und das Umland von Santander . . .

. . . sondern auch der peitschende Wind zog dem einen oder anderen von uns im wahrsten Sinne des Wortes fast „die Klamotten vom Leib“.

Das Motiv, dass Martin hier geschossen hat, fällt fast unter die Kategorie „nicht jugendfrei“, weil man für ein derartig, ausgeprägtes „Maurerdekoltée“ eigentlich eine FSK-Freigabe bräuchte.

Dann fuhren wir hinab ins sonnige Santander (vielleicht würde hier das Dekoltée doch noch etwas mehr Farbe bekommen).

Die Stärke unseres Transportfahrzeuges sollte auch seine Schwäche sein. Da es nicht ganz so einfach war, für so ein großes Fahrzeug einen geeigneten Parkplatz in Innenstadtnähe zu finden, parkten wir ziemlich weit weg von Santanders Kern, was dazu führte, dass wir mehrere hundert Meter entlang am Sandstrand spazieren mussten.

Irgendwann waren wir dann in der Innenstadt von Santander angekommen. Man braucht hier im Stadtkern keine Gebäude von vor der Mitte des letzten Jahrhundert erwarten. Die fielen 1941 einem verheerenden Feuer zum Opfer. Nochmal ein knappes halbes Jahrhundert vorher wurde Santander schon einmal von einer Katastrophe heimgesucht, als ein mit Dynamit beladener Frachter im Hafen explodierte. Die genauen Umstände beider Ereignisse wären hier nachzulesen.

Trotzdem hat die Stadt ihren ganz eigenen Charme. Es gibt etliche Fotos, die wir in/von Santander geschossen haben, durch die man einen guten Eindruck von der Stadt bekommen kann, und die deshalb hier nicht vorenthalten werden sollten. Es wäre seitenfüllend diese Fotos alle hier rein zu stellen.

Deshalb soll hier demnächst noch ein kleines Fotoalbum (Film) entstehen. Es kann sich dann jeder selbst aussuchen, ob er sich unsere Eindrücke von Santander antun möchte. Trotzdem gibts hier noch was von Santander zu sehen:

Irgendwann war es für uns dann wieder mal Zeit an was Essbares zu kommen. Und da ist Santander keine Ausnahme zu anderen spanischen Städten. Auch hier gibt es im Mercado (Markt/Markthalle) einen Gastrobereich, in dem man sich mit landestypischen Spezialitäten versorgen kann.

Nach diesen Gaumenfreuden, sollten wir uns zunächst zu Fuß an Santanders Strandpromenade zurück zu unserem Gefährt bewegen.

Einer suchte noch vergeblich die frühe Entspannung . . .

. . . aber vorher wollten wir uns noch für unser deutsches Zuhause mit diversen Genußmitteln versorgen.

Schließlich rutschten wir mit unserem Gefährt zurück über die schnelle A-67 in unser Tourenzuhause, dem El Montero, dem nächsten Abenteuer (Abendmenu) entgegen.

 

6. Tag, Donnerstag, 06.06.2019

Tour Ebro

Die offizielle Quelle des Flusses Ebro lag keine 10 km von unserer Unterkunft entfernt, in Fontibre. So war es „naheliegend“ eine weitere Tour entlang des zweitlängsten Flusses der Iberischen Halbinsel zu fahren.

Diesmal sollte es jedoch in die entgegen gesetzte Richtung der Tour vom 20.09.17 gehen, ohne die identischen Strecken zu fahren und ohne die damalige Tourlänge von über 380 Kilometern zu erreichen.

So starten wir an diesem Morgen erstmal zum Tanken in Richtung Reinosa, der „großen“ Stadt am Ebro Stausee.

Zunächst bewegten wir uns dann entlang des südlichen Ufers des Stausees in Richtung Osten auf der CA-730. Bei der der CA-730 die in ihrem weiteren Verlauf entlang des Sees in der Region Kastilien-Léon als BU-642 benannt ist, handelt es sich um eine breite, gut ausgebaute Straße, auf der gute Kurvenlagen schon bei weniger als der erlaubten Höchstgeschwindigkeit möglich sind.

Bei Arroyo überquerten wir das Stauwerk, das dafür verantwortlich war, dass der Fluss bereits wenige Kilometer hinter seiner Quelle die Wasser des Stausees speist. Da es für uns weiter in Richtung Osten entlang des Stauseeufers gehen sollte, verloren wir den Fluss, der sich weiter in süd-östlicher Richtung fortbewegt, zunächst kurz aus den Augen. Wir sollen ihn später wieder treffen.

Man kann nicht nur anhand Hinweisschilder auf Regionengrenzen, sondern auch an der Beschaffenheit der Straßen (Qualität des Asphalts) bemerken, dass man sich jetzt in der Region Kastilien-León, in der Provinz Burgos, befindet. Des soll etz kein Vorwurf sein, die Äußerung zielt eher darauf ab festzustellen, dass es bei der hohen Anzahl der Straßen in Kastilien, als eine der größten Regionen Spaniens, natürlich schwierig und kostenintensiv ist, alle Verkehrswege gleichzeitig topp in Schuss zu halten.

Die Feststellung konnten wir schon bei einigen Touren der letzten Jahre treffen und sie sollte sich im Verlaufe unserer heuerigen Tagestouren wieder bestätigen. Aber keine Erkenntnis ohne Nutzen. Für die praktische Umsetzung von der Planung zur Tour, sollte man dies im Hinterkopf behalten, damit man sein Fahrverhalten rechtzeitig den Gegebenheiten anpassen kann.

Da sich mit dem Wechsel von der CA-730 auf die BU-642 gleichzeitig die Kurvenlagen ändern sollten, spielte der befahrbare Untergrund hier keine Rolle. Auf den ziemlichen geraden, aber kurzen Streckenabschnitten der BU-642 hast du so genug Zeit, das fantastische Panorama zu genießen, dass dir der Stausee im Zusammenspiel mit den südlichen Erhebungen der Sierra (Gebirgskette) de (des) Escudo (Schildes) bietet. Mit diesen Ausblicken hätte man ewig so weiterfahren können, aber leider wechselten wir bei Cilluerelo de Bezana nach Süden, auf die N-623, Richtung des Carrales-Pass (Puerto de Carrales/1178m).

Unser Ziel war es, kurz nach dem Pass die Kurvenlagen der CA-274/CA-275 auszutesten, die in der Strassenkarte Michelin 143 grün markiert und somit als landschaftlich schöne Strecke ausgewiesen waren. Nach nur wenigen hundert Metern, merkst du schnell, dass dir das Männchen mit dem Hammer schön eins auf den Kopf braten wird. Es ist immer wieder erstaunlich, wie Straßen unterer Kategorien, wie fürs Motorradfahren beschaffen sind.

Hier befanden wir uns wieder in der Region Kantabrien. Auf den knapp 25 Kilometern die vor uns lagen, kaum Bebauung, Verkehr findet nicht statt, bei absolut griffigem Asphalt mit möglichen, genialen Kurvenlagen. Wir trafen auf den Arroyo de Pisa, einem Nebenfluss unseres „alten“ Freundes Ebro. Ersteren sahen wir hie und da durch den dichten Bewuchs schimmern. So lenkte uns zunächst nichts von dem vor uns liegenden fahrerischen Spaß ab.

Ab dem Zusmmentreffen des Arroyo mit dem Ebro bei Ruerrero, befindest du dich plötzlich in der Ebro-Schlucht. Hier hatten wir endlich wieder die Gelegenheit dem Treiben, der Geier zuzusehen.

Todesmutig stürzten sie sich von den aufgetürmten Felsen, die der Ebro über lange Zeiträume geschaffen hatte, und zogen majestätisch ihre Kreise über unseren Köpfen.

Um einen besseren Eindruck von der Szene zu bekommen, sollten wir irgendwo auf der CA-275 eine Pause einlegen.

Dann ging es in den letzten Kurven der CA-275 direkt am Ebro entlang. Im Bereich von Orbaneja del Castillo befanden wir uns bereits wieder in Kastilien-Léon und zwar auf der BU-613.

Wenn mans immer im Voraus wüßte, dann könnte man gezielt die schönen Stellen für einen Fotostopp anfahren. Das ginge aber nur, wenn du vorher die geplanten Touren komplett im Detail auf GoogleStreetView „nachfahren“ würdest. Ein Ding der Unmöglichkeit.

Bei Orbaneja del Castillo handelt es sich um einen solchen Ort, in dem man unbedingt auf einen Fotostopp halten sollte. Bei der nachträglichen Recherche zu diesem Bericht ergaben sich zu dem Gesehenen bei der Tour noch ein paar erstaunliche Details. Durch den Ort fließt ein Bach der scheinbar in einer Höhle oberhalb des Ortes seine Quelle hat. Das Magische, soweit meine Erinnerungen von der Tour, bevor sich das Gewässer in den Ebro ergießt, sind die von Bäumen umsäumten Wasserbecken die sich links und rechts der Straße befinden, und die den Zufluss zum Ebro verzögern. Ein Ort, an dem man ewig verweilen möchte.

Ich weiß, dass ich schon des Öfteren Besserung gelobte. Jungs, mein erster Impuls war tatsächlich hier kurz entschlossen anzuhalten . . . aber dazu sollten wir ein wenig an der Gruppen-Taktik feilen, damit ein Brems-Impuls nicht zum Problem wird.

Bei Escalada befuhren wir dann ganz kurz die N-623 in nördliche Richtung bevor wir nach ca. einem Kilometer auf die BU-V 5143 wechselten. Aufgrund der Bezeichnung bestand für Many maximale Gefahr, den Nicht-Offroad-Charakter seiner SpeedTriple testen zu müssen. Beruhigend im Nachhinein zu erfahren, dass die Straße als Verbindungsstück zwischen der N-623 und der CL-629, mit dem entsprechenden Tool vorher tatsächlich auf SpeedTriple-Tauglichkeit überprüft wurde . . . bevors eine vermeidbare, mindestens mittlere Fluchattacke gibt, die unterm Helm aufschwillt und die sich dann später in einen donnernden Anschiss entladen könnte.

Na gut, die BU-V 5143 war jetzt nicht gerade ein Prachtstück der spanischen Strassenbaukunst und es gab bei „dem einen oder anderen“ tatsächlich Probleme mit ihrer Befahrung . . . das waren aber eher „Schaltprobleme“ in einer der 3 Kehren zwischen Pesquera de Ebro und Cubillo del Buitron.

Landschaftlich hatte man von hier oben allerdings einen brutal guten Blick auf den Ebro.

Nach ca. 20 Kilometern trafen wir dann endlich auf die CL-629 und die sollte sich gleich mit einem richtigen Zuckerstückchen vorstellen, einem „Downhill“ am Puerto de Mazorra, das Männchen mit dem Hammer drohte wieder zuzuschlagen.

Bevor das passierte, bogen wir kurz auf die N-232 und von dort dann auf die BU-V 5134. Letztere war zwar wieder mal eine kleinere Straße entlang des Ebro. Die sollte uns aber zu dem besonderen Ort, Tartales de los Montes führen. Der Ort lag oberhalb von Hoz de Valdivielso, in der Sierra de la Testa, von hier führte kein Weg mehr weiter. Auf dem Weg hoch zu dem Ort fährst du an einem kleinen Wasserfall vorbei und durchfährst einen schmalen Naturtunnel, der früher wahrscheinlich sogar Mal sogar geteert war.

Abenteurerherz was willst du mehr.

Langsam wurde es dann Zeit eine schnelle Heimreise anzutreten. Für den Nachmittag/frühen Abend waren ziemliche Sturmböen auf der Meseta (spanische/kastilische Hochebene) angekündigt. Aber wir hatten auf der BU-V 5134 noch ein kleines Sahnestückchen zu fahren.

Der Ebro war bei Cereceda wieder einmal künstlich aufgestaut worden und befüllte den gleichnamigen Stausee. Man befuhr zunächst die Brücke über den See und schließlich kurz an einer Felswand entlang bis zur Staumauer, bevor wir wieder zurück auf die N-232 einbogen.

Zunächst waren wir weiter auf der N-232, durch das Ebrotal, und dann auf der CL-633 bis Poza de la Sal vor allzu starken Winden geschützt. In Poza de la Sal sollten wir dann erstmal Mittagspause machen.

Dann gings an den Aufstieg zum Castillo (Burg) de (von) los Rojas. Als wir dann auf die Hochebene um den Altotero (1175m) kamen, bließ uns bereits starker Wind, aus wechselnden Richtungen um die Ohren. Die knappen 20 Kilometer auf der CL-633 über die kreuzende CL-629 hinaus und die ersten ca. 10 Kilometer nachdem wir bereits wieder auf die N-623 eingebogen waren, wars teilweise so stark, dass einem drohte der Bock unterm Allerwertesten versetzt zu werden. Es war richtig Arbeit auf die schnell wechselnden Gegebenheiten zu reagieren und dagegen zu steuern.

Wir folgten weiter der N-623 bis wir wieder auf den Ebrostausee trafen. Zwischenzeitlich hatte der Wind etwas nachgelassen, jedoch mit Einbiegen auf die nördliche Umfahrung des Sees, der CA-171 wieder zugenommen. Leider konnte man dadurch das dargebotene Stauseepanorama nicht so genießen.

Bei schwierigen Bedingungen waren wir letztendlich froh, unbeschadet zu Hause im El Montero angekommen zu sein und den erfolgreichen Tourtag nach ca. 280 Kilometern mit dem passenden Abendmenu ausklingen lassen zu können.

 

7. Tag, Freitag, 07.06.2019

Tour NordOst I.

Der gestrige Sturm war abgezogen und so sollten wir es heute zu Anfang nochmal mit einer Befahrung des nördlichen Ebro-Stausseeufers auf der CA-171 diesmal Richtung Osten versuchen und ohne Wind schauts ganz anders aus. Da hat man dann auch Zeit und Lust zum Genuß des Stauseepanoramas. Dieses steht dem am südlichen Ufer in nichts nach.

Nach ca. 25 Kilometer bogen wir auf die N-423 Richtung Norden zum Puerto de Escudo ab. Den Pass waren wir bereits auf der 2017ner Nordspanien Tour, auf der Suche nach was Essbarem hochgefahren, womit wir auch hier den Anschluss an vergangene Touren hielten.

Nach der Überquerung des Puerto de Escudo, verläuft die Die N-423 in ihre nördliche Richtung relativ unspektakulär. Bei Entreambasmestas sollten wir dann mit dem abbiegen in die CA-263 Richtung Vega de Paz wieder ein anspruchsvolleres Stück Strasse unter die Räder bekommen, auch weil der Asphalt in manchen Kurven zu wünschen übrig ließ.

Und ab Vega de Pas sollten endlich die „heiligen“ Kurvenlagen der CA-262 über den Braguia-Pass (Puerto de Braguia/720m), wo wir kurz pausierten . . .

. . . und der CA-624 über die „Schneckenhöhe“ (Alto de El Caracol/815m) vor uns liegen. Der hier frei übersetzte Namen Alto de El Caracol passt gut zu den Windungen der Strasse, die sich den Pass hoch schrauben.

 Auf welchem Aussichtspunkt hast du schon die Chance, Berge und Meer gleichzeitig fotografieren zu können.

Heilige Sch… konnte man hier sein Mobbed artgerecht Gassi führen.

Nach der Passüberquerung wurde es nicht viel anders.

Erst mit dem Einfahren auf die CA-260 kurz vor San Roque de Riomiera wurden die Schwingungen wieder ausgeglichener, zudem befand man sich auf der nördlichen Abfahrt des Portillo de Lunada, einer Strecke die wir 2017 in die entgegen gesetzte Richtung schon unter die Räder bekommen hatten.

Die CA-260 sollte uns ziemlich weit „runter“ in den Norden bis Liérganes bringen. Dort zogen wir wieder eine Schleife in die andere Richtung, als Untergrund diente jetzt die CA-261 über den Puerto de Alisas/674m bis Arredondo. Hier erwartet einen ein ähnliches Spielchen wie auf der oben beschriebenen CA-624.

So langsam mussten wir uns auf die Suche nach einer Tränke für Peters „Dursto“ begeben, was in dieser Gegend eine Herausforderung war. Peter sollte mit Navi die Führung übernehmen, weil er die Reserven seiner Maschine besser einschätzen konnte. Leider konnten wir die auf mehreren Navis ausgewiesene Tränke nicht finden, was uns ungeplant zum Puerto del Asón führte, die geplante Route sah einen anderen Verlauf vor . . . macht aber nix, vielleicht entdeckt man ja noch was . . .

Nach einem Abiegen können wirs heut nicht nur nicht mehr ganz genau nachvollziehen wo wir uns die nächsten 15 Minuten rumgetrieben haben, sondern eigentlich überhaupt nicht, jedenfalls befanden wir uns auf einer Art Rundkurs. Ich kann deshalb heute nur vermuten, dass wir uns auf einer Schleife um die CA-256 befanden. Trotzdem waren wir bisher nicht an den inzwischen dringend benötigten Sprit gekommen.

Es blieb fast nur noch die Wahl ins knapp 20 Kilometer Espinosa de los Monteros. Dies bedeutete einen Ritt über einen weiteren Pass, dem Portillo de la Sia (1240m), auf der CA-665/BU-571 in Kastilien. Diese Strecke hat eigentlich nur eine Fahrbahn für zwei Richtungen, mit richtig engen, kurzen Kurven, 30 km/h können an manchen Stellen schon zu schnell sein.

Auf der BU-570 Richtung Süden nach Espinosa wars dann erstmal vorbei mit diesem Kurvenspass, aber schließlich wollten wir jetzt schnellst möglich zum Tanken kommen. Mit frisch aufgefülltem Tank sollte es dann ein Stück weit die BU-570, zurück in Richtung des Portillo de Lunada gehen. Landschaftlich eine gigantische, asphaltmäßig eine katastrophale Strecke, die wir auch bei der Tour 2017 gefahren sind.

Um das Gehoppel zeitweise zu unterbrechen, bot sich die Gelegenheit einen „kleinen“ Snack zu sich zu nehmen. Und der Gott der belegten Fressflöten meinte es wieder einmal zu gut mit uns.

Da wir noch ein paar Kilometer vor uns hatten, gings bald weiter und zwar zunächst wieder nach Norden und weils am Vormittag so schön war, zurück über den Alto de El Caracol.

"Heilige Sch… konnte man hier sein Mobbed, auch in die andere Richtung, artgerecht Gassi führen"

Aber anstatt den Puerto de Braguia nach Süden auch nochmal zu fahren, gings für uns zunächst grob Richtung Nordwest auf die CA-142/CA-270/CA-170. So fand man sich in Los Corrales de Buelna wieder und von dort warens über die N-611 nach Reinosa und die CA-183/CA-280 nach Soto noch ca. 50 km ins El Montero, wo wir nach einer 290er Tour den Tag, ebenfalls  . . . heilige Sch...., artgerecht ausklingen ließen.

 

8. Tag, Samstag, 08.06.2019

Tour Nordwest II.

Mit dieser dritten Tour am dritten aufeinanderfolgenden Tag hatten wir uns immerhin schon um 33% gesteigert. So stand heute die zweite NordWest-Tour an.

Dies bedeutete, dass für uns die ersten Kilometer des Tages zunächst nach Norden über die CA-280 und den Puerto de Palombera, durch den Naturpark Saja-Besaya gingen.

Dieses Mal bogen wir allerdings bei Cabuérniga nicht Richtung Westen ab, sondern ließens auf der CA-180 weiter Richtung Norden bis Cabezón de la Sal auslaufen und bogen erst dann in Richtung Westen zuerst auf die N-634 und dann auf die CA-850/CA-855, zwei kleine Nebenstrassen.

Richtung Westen, hatten wir immer wieder mal Blickkontakt zu den asturianischen Picos de Europa. Nach einem kurzen Stück auf der N-621 und spätestens auf der AS-114, befanden wir uns endlich im Prinzipat Asturien.

Als wir schließlich auf die AS-345 einbogen, waren wir auf der Strecke, für die ich, diesmal von Dieter wieder (zurecht) einen kleinen Anschiss verdient hatte. „Leider“ hatte mich dieses Mal selbst das Kurvenfieber gepackt und so flog das eine oder andere Motiv unbeachtet nur so an mir vorbei, ohne dass ich überhaupt auf den Gedanken kam, für Fotos anzuhalten. Aber ich war nicht der Einzige der hier im Tiefflug unterwegs war. Zunächst von mir unbemerkt blieb auch mein Schatten. Many war scheinbar auch vom Kurvenfieber infiziert worden. Bei einem Halt gabs dann doch noch den einen oder anderen Schnappschuss.

Keine Sorge Jungs, bei einer „späteren“ Tour (z.B. Nordspanien III.) werden wir uns um diesen Streckenabschnitt anders und intensiv kümmern können.

Bei Arenas de Cabrales trafen wir wieder auf die AS-114, die sollte für ca. 30 Kilometer unsere Begleitung zurück in den Osten werden, bevor wir wieder ein kleines Stück der N-621 folgen sollten.

Die N-621 verließen wir um dann die CA-855 von heut Morgen in die entgegen gesetzte Richtung zu fahren. Unser Ziel war es über die CA-181 (wieder einmal) nach Puentenansa zu kommen. Der Ort, der schon Mal als "Rundenanker" diente, war auch heute wieder Drehpunkt für die erneute Befahrung der CA-282, die wir vor vier Tagen bereits von West nach Ost gefahren waren. Diesmal sollte es eben anders herum gehen. Bei manchen Strecken scheint es egal, in welche Richtung man sie fährt. Die CA-282 ist eine solche Strecke, weil sie abwechslungsreich, Landschaft, Kurven, mit guten Asphalt verbindet, und dich kurz vor dem Auftreffen auf die Desfiladero de Hermida (Hermida-Schlucht) auf der N-621 nochmal mit einem steilen Abstieg in wenigen Kehren, zwischen Linares und La Hermida, fordert.

Im Vorbeifahren grüßten wir kurz Rosa und Herbert ab, die an einem Café in Linares standen. Sie verbrachten zum selben Zeitpunkt wie wir im El Montero ihren Motorradurlaub.

Damit wir uns auch kurz die Stirn abwischen konnten, sollten wir einen Halt in der Hermida-Schlucht machen.

Wir blieben dann noch bis Potes auf der N-621, grob Richtung Süden, um dort auf die CA-184 zu wechseln. Auch Letztere waren wir schon einmal bei einer Tagestour in die andere Richtung gefahren. Unser Ziel war es, wieder an das „Tudanca-Panorama“ mit seinem einmaligen Ausblicken zu gelangen. Bis dahin war die CA-184 eine weitere hervorragende Möglichkeit, sein Mobbed in di(per)verse Kurven kippen zu lassen.

Dieser Kurvenspaß sollte dann vorerst durch eine Nahrungsaufnahme unterbrochen werden.

Schließlich sollte es nach der obligatorischen Runde Café für uns weitergehen.

Wir folgten der CA-184 weiter bis sie mit Überschreiten der Regionengrenze zur kastilischen CL-627 wurde, um wiederum auf die kantabrische CA-281 zu gelangen. Die CA-281 biegt in einem ziemlich spitzen Winkel nach links Richtung Norden ab.

Zwischendurch sollte man dann doch mal anhalten, damit die Zeit etwas langsamer voranschreitet . . .

Und nach weiteren 20 Kilometern standen wir wieder an der Staumauer des Embalse de la Cohila.

Man kann sich gar nicht satt sehen. Selbst die besten Fotos müssen bei dem Versuch scheitern die persönlichen Eindrücke vor Ort wieder zu geben.

Irgendwann musst du dann aber weiter. Du stürzt dich also wieder in die Tiefe zwischen den beiden Stauseen von la Cohila und Tudanca, was folgt ist ein unschlagbares, fahrerisches Erlebnis.

Für einen ganz kurzen Moment nur, kannst du der dieseitigen Welt entfliehen, eindeutig zu kurz . . .

Wir ließen Tudanca hinter uns und blieben bis Puentenansa auf der CA-181, auf der man in nördlicher Richtung schön leicht „ins Tal“ abschwingen kann. Im besagten Puentenansa sollten wir nochmal die Tanks auffüllen.

Dann gings nochmal auf die „langweiligen“ 15 Kilometer der CA-182 zwischen Puentenansa und Valle de Cabuérniga. Wenn dich schon zu Beginn der Strecke die vor dir fahrenden „Eselskarren“ passieren lassen . . . mein lieber Scholli . . . dann sollte man die freie Fahrt auch ausnutzen.

Ab Valle de Cabuéringa sinds bis ins El Montero von da ab nur noch knappe 30 Kilometer über den Puerto de Palombera.

Nach den letzten drei „harten“ Touren vereinbarten wir für den kommenden Tag unseren zweiten Relax-/KulTourtag. So brauchten wir auch nicht schon so früh ins Bettchen, obwohl bei dem einen oder anderen schon gewisse Erschöpfungserscheinungen zu Tage traten.

Bei Maddin traten sie scheinbar besonders stark auf, denn irgendwie fand er nicht das passende Sportgerät . . .

 

9. Tag, Sonntag, 09.06.2019

Relax- und KulTour-Tag in Burgos

Da war er auch schon, unser zweiter fahrfreier Tag. Kann ja wohl nicht sein, dass wir knapp nach der Hälfte der Gesamttour bereits unseren zweiten Pausentag verbraten! Aber heute sollte es für uns in die Stadt des Helden, des spanischen Nationalhelden gehen. Burgos. El Cid.

In Wahrheit handelt es sich bei „unserem“ Helden um eine Gestalt, die von der Geschichte (oder von wem auch immer) verklärt wird. Wer es mal genau wissen will, der kann raus finden, dass das Bürscherl, ziemlich opportunistisch, unter allen Fahnen gekämpft hat . . . maurisch oder christlich . . . egal . . . Hauptsache die Kohle hat gestimmt. Ohne weiter in gewisse „philosophische“ Betrachtungen einzusteigen . . . ists heut anders?

Nach einem weiteren, ausgiebigen Frühstücksangebot des El Montero sollte es, diesmal mit der Dose auf die nur ca. 120 Kilometer lange Reise gehen. Natürlich wurde es dann nicht eine Tour mit möglichst viel Kurven, sondern der schnellste Weg dorthin.

Also zunächst nach Reinosa, dort auf die Autovia A-67 nach Süden, dann die spanische Bundesstraße N-627 grobe Richtung SüdWesten. Das Ding war in knapp eineinhalb Stunden runter geritten und so verschafften wir uns erstmal einen ausgiebigen Überblick über die wunderschöne, geschichtsträchtige Stadt Burgos. Diesen Überblick sollten wir am Mirador (Aussichtspunkt) del Castillo (Burg) bekommen. 

Nach dem ausgiebigen Fotogelage, gabs noch eine kurzen „Aus-/Einparkthematik“, die einer meiner „Freunde“ der Marke mit den 4 Anusringen (der 5te sitzt meistens hinterm Steuer) verursachte. Dann durften auch wir unseren Weg, von ihro Gnaden, wieder fortsetzen. Ist schon komisch, dass vorher ganz normale Menschen von jetzt auf gleich und zwar unmittelbar nach dem Einnehmen ihres Platzes hinterm Steuer ihres AMB (Auto mit Betrugssoftware) zum rücksichtslosen, hirnlosen Rektum mutieren.

„Nicht dass man sich wundert, wo plötzlich die Stimmen herkommen, die einen ansprechen, weil man sich doch so verhält, also ob man alleine auf dem Planeten unterwegs ist“

Der kleine Ärger vermochte unsere Freude über den Tag nur kurz eintrüben. Zu einer kurzen Suche nach einem passenderen Parkplatz stürzten wir uns wieder in die „Tiefe“ und wollten die Stadt zu Fuß erkunden.

Es ist wieder der Zeitpunkt gekommen, Bilder sprechen zu lassen.

 

Schließlich trafen wir auch noch auf den Helden, dem man mitten in der Stadt ein ziemlich beeindruckendes Monument in heroischer Pose errichtet hatte.

 

 

Durch den Arco de Santa Maria (oben) gings für uns auf den Platz vor Burgos Kathedrale. In unmittelbarer Nähe der Kathedrale hatten wir bei der Tour Nordspanien 2010 für eine Nacht Quartier (Mesón del Cid) genommen.

Der eine oder andere versuchte noch neben dem Pilger eine gute Figur zu machen. Es sollte wieder einmal bei dem Versuch bleiben.

Schließlich sollten wir wieder einmal vom Hunger unsere Geschicke bestimmen lassen. Natürlich landet man, wenn man die entsprechenden Ausblicke haben möchte in einer der typischen Touri-Klitschen an der Kathedrale . . . ach was solls.

Dies und die Suche nach spanischem Stahl, und nach ein paar weiteren Schnappschüssen ließen wir Burgos leider auch schon wieder hinter uns.

Und dann es ging für uns wieder zurück Richtung Kantabrien . . .

Der Kulturausflug sollte für uns aber heute noch nicht zu Ende sein. Wenn wir schon mal in der Nähe der vermeintlichen Ebro-Quelle waren, dann sollten wir die doch wohl auch (be)suchen.

Wie sich herausstellte war des Ebros Ursprung, trotz Ausschilderung gar nicht so leicht zu finden. Dies führte schließlich dazu, dass wir entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten, einem Tross von aufgeregten Gallina-Spaniern (spanischen Hühnchen) hinterherliefen. Es ist, wie immer keine gute Entscheidung, „irgendwelchen Leuten hinterherzulaufen“.

Schließlich fanden wir doch noch zum Ziel . . .

Es erinnerte ein wenig an den Wald von Brocéliande in dem angeblich die Fée Morgane (Fee Morgana/Fata Morgana) ihr Unwesen treiben sollte. Trotz der vielen Besucher hat der Platz irgendwas Mystisches. 

 

Leider sollten wir auch an diesem schönen Ort nur wenig Zeit zum Verweilen finden, denn am „dicken“ Ende hatten wir noch das eine oder andere "Date":

- mit Angelika und Rosi, denen wir eine „bilaterale Verbindung“ via Handy herstellten, damit sie sich mal unterhalten konnten.

- mit unserem „Freund Don Magno“ und anderen „Freunden“, die uns dann mehr oder weniger sanft in die Siesta hinübergleiten ließen.

Schließlich hatten wir wieder einmal Zeit bis zur Abendverköstigung freigeschaufelt . . .

 

10. Tag, Montag, 10.06.2019

Tour West

An dem Morgen gings für uns zuerst erneut über die CA-280 nach Norden durch die Sierra de Bárcena Mayor. Erstes Zwischenziel war wieder La Lastra über die CA-281.

Zwangsläufig mussten wir so ab Valle die „schrecklichen“ 15 Kilometer mit freien Kurven der CA-182 von Valle nach Puentenansa fahren.

Wenn es nach uns ginge könnte der Ritt über die CA-182 wesentlich länger als 15 Kilometer dauern, aber man muss ja nicht gleich am Anfang der Tour all seine Pfeile verschießen.

Die Fahrt sollte dann auf der CA-281 Richtung Süden entlang des Rio (Fluss) Nansa gehen, um wieder zum dem uns bereits bekannten „Ensemble“ bei La Lastra zu kommen. Nachdem wir das Teil bei einer Tour schon zum dritten Mal fuhren, kann man schon von Sucht sprechen. Aber wer sollte nach diesen Ausblicken auch kein Verständnis dafür haben.

Wir werden dieses schöne Eck so schnell nicht vergessen können. Aber es sollten heute noch weitere Highlights auf uns warten.

Dazu sollte es für uns weiter nach Westen gehen. Mit einer extremen Spitzkehre, verbindet die CL-627 (Kastilien) die CA-181 mit der CA-184. Und diese CA-184 hat es aus motorradfahrerischer Sicht wieder einmal in sich. Ein Kurvenstakkato reiht sich hier über knapp 20 Kilometer ans andere. Kein Wunder die CA-184 folgt dem Lauf des Rio (Fluss) Bullon. Zwischendrin sollten wir auf einen spendierten Café bei dem uns bereits bekannten La Viñona (Restaurant) halten.

Die CA-184 trifft dann unmittelbar vor Potes auf die Carretera N-621. Hinter Potes sollten wir der N-621 in Richtung SüdWesten folgen. Ziel war es jetzt an die Regionengrenze Kantabrien/Kastilien-León am Puerto de San Glorio zu kommen. Hierzu galt es gleich zu Anfang der Strecke mögliche Hindernisse in Form von Pkws, Lkws usw., hinter sich zu lassen.

Der Grund ist schnell erklärt: Aus einer fast verblassenden Erinnerung aus der Tour 2004 heraus, wusste man (Martin und ich) noch, dass es sich bei der N-621 um eine ziemlich geile Motorradstrecke handelte. Es war nur noch die Frage wie gut der Asphalt noch war.

Schnell packte das bereits bekannte Männchen den Hammer aus und haute uns damit brutal eins auf die Birn! Ab La Vega bis zum Mirador (Aussichtspunkt) del Corzo ging richtig die Post ab. Da war dann die Pause am Aussichtspunkt obligatorisch, denn dem einen oder anderen war inzwischen schon ein irres Grinsen ins Gesicht gemeißelt.

„Gemächlicher“ gings dann weiter zum Puerto de San Glorio auf knapp 1600 Meter. Hier gibts einen kleinen Abzweig der zum Mirador (Aussichtspunkt) von Llesba führt. An diesem Tag gabs leider wenig bis nichts zu sehen . . .

. . . außer . . .

Das Monument des Bären (Oso) von (de) Llesba ist inzwischen nicht mehr von jedem erreichbar.

Mit Überschreiten der Regionengrenze zu Kastilien, verändert sich die Landschaft und die Beschaffenheit der Straße. Der Wechsel auf die trockene Seite der Picos (de Europa) führt dazu, dass die Vegetation spärlicher, die Landschaft felsiger und die Straße in ihrer Beschaffenheit nicht mehr ganz so gut ist. Die karge Landschaft beim „Downhill“ führt dich zudem entlang des Bachs (Arroyo) von (del) Naranco, einem schluchtähnlichen Taleinschnitt.

Dann beging ich einen Kardinalfehler, denn ich ignorierte die Anweisungen des Navis. Anstatt die N-621 zu verlassen und Richtung Norden auf die LE-2703 wechseln, fuhr ich weiter Richtung Westen nach Boca de Huergano. Somit verpassten wir die ca. 30 Kilometer lange Befahrung der LE-2703/LE-2711 über Posada de Valdeon. Dammich! Auch dies werden wir bei einer „sehr wahrscheinlichen“ Tour Nordspanien III. nachholen.

Der Verbleib auf der N-621 führte uns dann natürlich wieder an den Stausee von Riaño, zum Tanken und zum verdienten Mittagessen in die gleichnamige Stadt. 

Es ging noch ein Mal entlang des Staussees in Richtung Osten. Auf dem kurzen, gut ausgebauten Stück Richtung Boca de Huergano hast du keine Zeit, dir die vorbeifliegende Landschaft anzuschauen. 

Nach Boca de Huergano gings für uns wieder auf der LE-215 ein Stück weit in den Süden, über Velilla del Rio Carrión nach Guardo. Dieses Mal sollten wir dort aber nicht auf einen Snack einkehren, denn wir wollten noch weiter in den Osten und zurück nach Hause. 

Die Weiterfahrt auf der CL-626 wurde nur von einer kurzen Pause unterbrochen.

Bei Rueda de Pisuerga sollten wir dann die CL-626 verlassen, um Richtung Norden auf die PP-2125 zu wechseln. Das letzte Stück unserer heutigen Tour wurde so eingeleitet. Die PP-2125 führt am Naturpark von Fuentes Carrionas und Fuente Cobre-Montaña Palentina entlang, zu diesem Zeitpunkt fing es bereits zu Regnen an und die Sicht war wegen der tiefhängenden Wolken stark eingeschränkt.

Das letzte Stück der Tour über Branosera (P-220, PP-2204 und CA-280) führte uns endgültig zurück ins EL Montero.

Nach knapp über 300 Kilometern ließen wir zuerst mit der obligatorischen Siesta und dann mit dem obligatorischen Abendmenu auch diesen Tourentag ausklingen.

 

11. Tag, Dienstag, 11.06.2019 

Tour Süd (Kastilien)

Geradeaus Fahren kann auch seine Reize haben . . . fast "gerade Frisuren auch . . .

. . . findet zwar nicht jeder . . . aber wenn schon mal der Wind passt . . . kannst du dir die „Gehirnmatte“ gleich mit auspusten lassen. Wäre vielleicht auch mal was für Selfie-Enthusiasten, Influencer und sonstige „Duck-(F)Asses“ . . .

Nichtsdestotrotz sollten wir* heute ein paar „ehr-/endliche“ Geraden unter die Räder bekommen wollen. Hierzu bot sich die kastilische Hochebene, die nördliche Meseta, geradezu an.

*Wir: Ich . . . denn die Anderen wussten nichts von dem was sie erwarten sollte.

Unser erstes Zwischenziel hieß an dem Morgen wieder einmal Aguilar de Campoo. Dann ging es erneut ein Stück weit südlich des Stausees über die PP-2131.

Schließlich folgten wir der P-227 und landeten wieder mal im/am Mohnfeld . . .

Man sollte sich mal nicht täuschen, denn man befand sich hier zwischen zwei „Hügeln“ die jeweils über 1200 Meter auf die „Waage“ bringen. Typisch für die spanische Meseta, sieht flach aus (ist es auch), aber es ist über Mittelgebirgsniveau.

Die befahrenen Strecken ließen zwar kaum Abwechslung und damit Herausforderung zu, dennoch sollte man sich nicht vollständig dem REM (RoutenEntspannungsModus) hingeben.

Denn die eine oder andere „Kurve“ mit den entsprechenden Auswaschungen, sollte dem ach so vermeintlich erfahrenen Tourenfahrer, doch eine „gewisse“ Erquickung bringen.

Ohne die Technik wärs heut zwar kaum mehr nachvollziehbar, wo genau wir und auf welchen Geraden wie gecruist („neudeutsches“ Wort für „dahinfahren“) sind, aber letztendlich führts dich ans Ziel. In dem Fall, nachdem wir die PP-2233/südliche P-227/P-223/P-225 und schließlich die P-230 befuhren . . . zum Fressnapf in Herrera de Pisuerga.

Mehr als ein Magenfüller für (nur) halb gefährlich aussehende, staubende und evtl. manchmal seltsam "müffelnde" Biker, sollte hier eigentlich nicht zu erwarten sein. Wir sollten schon Glück haben wenn überhaupt was offen haben sollte und wenn man uns dann auch noch einlassen sollten. Trotz überschaubaren Auswahl . . . man gab sich auch in Herrera de Pisuerga wieder einmal wirklich Mühe mit uns.

Man sollte sich die Situation auch mal aus Sicht des Wirts ansehen: Du betreibst ein Lokal mitten in der spanischen Pampa, um zumindest deinen Lebensunterhalt zu verdienen. Tag ein, Tag aus, kommen die selben Leute, um ihren Café in den verschiedenen spanischen Varianten (con Leche, Corto usw.) zu bestellen und mit den immer gleichen Gewohnheiten (und vielleicht Geschichten) bestellen sie ihr gewohntes Essen. Wenn ein fremder Gast Glück hat, dann erhält er außer den Standard-Gratis-Tapas, wie Cacahuetes (gesalzene, ungeschälte Erdnüsse) oder Almendras (Mandeln), vielleicht noch ein Stück vom spanischen „Hochebenenrind“, mit der entsprechenden zähen Konsistenz, geeignet zum Besohlen von Pilgerstiefeln, maximal auch einen knapp 300 Kilometer gereisten, nicht mehr schwimmfähigen Küstenfisch . . . das wars an Auswahl aber auch schon.

Und da kommen dann bestimmte Gourmet-Gestalten ins Spiel, die vielleicht ein 5 Gänge-Menü, mit auf jedem Teller gekünstelt-gekritzelten Spezialgeschmiere übern Teller erwarten, dessen Durchmesser einer überdimensionalen Pizza zur Ehre gereicht hätte, aber nur einen Rotkelchenschnabel von Irgendetwas beherbergt, und die dabei noch hoffen dürfen, unter dem Irgendwas, ein Hauch von einem weiteren Irgendwas unter dem Salatblatt zu finden, dabei sollte es nicht gerade die gemeine Salatschnecke sein . . . wo bitte soll da der „Nähr-/Mehrwert“ sein!?

Wir sind Biker und normalerweise einfach zu frieden zu stellen. Auf Tour brauchen wir was zum „Zerbeißen“ und da darf es (zwar nicht immer) auch nur ein "einfach(es)", belegtes, spanisches Brötchen sein. Kurz vorm Sonnenuntergang, den wir bisweilen selbst herbeiführen, wollen wir uns mindestens ein „Gebrautes“ aufreißen, um unser manchmal staubiges, aber auf jeden Fall unersättliches 120er Fallrohr ohne Schluckmuskel von Innen zu befeuchten.

Und so wie wir Kilometer und Staub „fressen“ . . . haben „Sie‘s“ (in der spanischen Pampa) auf den TagesTouren schon immer verstanden uns einfach, aber ehrlich zu verköstigen, auch wenn "Sie" sicherlich mehr drauf hätten . . .

Unmittelbar nachdem wir wieder aufgesattelt hatten, sollten wir auch nochmal Sprit fassen und dann gings für uns auch schon wieder in Richtung Norden, Richtung Heimat.

Mit Erreichen des „kantabrischen Vorgebirges“ (BU-V-6214/BU-621) sollte die Fahrt in gewissen Aspekten auch wieder anspruchsvoller werden.

Hervorzuheben wäre auch die Durchfahrt durch die Klosteranlage von Montesclaros (Real Santuario de Montesclaros) auf der CA-741. Irgendwie verpassten wir die bestehende Umfahrung oder es war Absicht, und landeten so mitten auf dem Klosterhof und bei den dazugehörigen Wirtschaftgebäuden. In unserer Vorstellung hatte man schon das Gewand und die „Tonsurmaschine“ für uns bereitgelegt.

Leider hatten wir keine Zeit für diese Art der „Selbstfindung“ und wollten auch andere nicht weiter dabei stören. Unser Selbstfindung liegt im Streben nach dem Einklang zwischen unserer Maschine, dem Fahren, der Straße und der Landschaft . . . wenns geht nehmen wir auch noch die kulturellen Aspekt noch mit . . . denn wir sind Tourenfahrer.

Weiter gings deshalb für uns auf die bereits bei einer anderen Tour befahrenen, N-627, PP-6301, sowie die PP-5300/CA-273/CA-751 und schließlich die CA-7467CA-741/CA-735, die uns wieder zurück zum Ebro-Stausee brachten. Auf den letzten Atemzügen der Tour konnten wir dort alles nochmal richtig auf der CA-730 in Einklang bringen.

Nach einer weiteren 300-Kilometertour war zwischen Ankunft und Abendmenu wieder einmal Zeit für eine verspätete Siesta.

 

12. Tag, Mittwoch, 12.06.2019

Tour NordOst II. (Castro Urdiales)

Die zweite NordOst-Tour stand heute an. Sie sollte uns ins ziemlich „weit“ entfernte Castro Urdiales führen.

Und wieder fuhren wir an dem Morgen am südlichen Ufer des Ebro-Stausees in östliche Richtung. Trotz der bekannten Kurvenlagen und der fantastischen Ausblicke auf der CA-730 trat keine Langeweile auf. Als wir die Regionengrenze Kantabrien/Kastilien-León überschritten, auch alles beim Alten, was die Asphaltbeschaffenheit betraf.

Die BU-526 führte uns bis Espinosa de los Monteros, dort wechselten wir auf die BU-542 in südöstliche Richtung, was uns zum Kreisverkehr von El Crucero de Montijo. Am dortigen Autohof hatten wir bei einer Tagestour Nordspanien I. (16.09.2017) einen westlichen Tankstopp eingelegt. Heute nutzten wir den Kreisverkehr lediglich um auf die N-629 Richtung Norden zu kommen.

Die N-629 führte uns dann wieder zurück ins bergige Kantabrien. wo wir wieder extremere Kurvenlagen bekamen. Es sollte nur ein kurzer Ritt in Kantabrien sein, denn unversehens befanden wir uns auf der BI-3622 und somit im Baskenland (Euskadi).

Hier wechselte erneut die Beschaffenheit des Asphalts. Die BI-3622 verließen wir und befanden uns dann kurz auf der BI-630, um wieder in Kantabrien einzufahren (CA-152). In dem Bereich fährt man offensichtlich nicht allzu lange in einer Region, denn mit dem Wechsel auf die CA-153 Richtung Norden sollten wir mit der anschließenden BI-2617 wieder im Baskenland fahren.

Der nächste Wechsel wieder nach Kantabrien ließ wieder nicht lange auf sich warten, denn die BI-2617 wurde zur CA-151 entlang des Agüera Flusses (Rio Agüera). Irgendwo da sollten wir eine Pause machen.

Schließlich verließen wir die CA-151 und wechselten Richtung Westen auf die CA-520, Die kleine sehr feine Straße mit Kurven und Kehren, führte uns am Alto (Höhe) de la Mina und am Monte (Berg) Milladero (324m) vorbei und nach der Unterfahrung der Autovia del Cantabrico (A-8) direkt nach Castro Urdiales hinein.

Ziel in Castro Urdiales, war das markante Panorama am Hafen mit Kirche Santa Maria und Festung Santa Ana anzufahren und dort dann die Mittagspause zu machen.

Dass die Runde am Hafen dann dazu führte, dass man nicht unbedingt alle Verkehrsregeln beachtete war so nicht geplant und führte dazu, dass wir an einer Stelle den Gehweg an einer dafür nicht vorgesehen Stelle nutzten. Letztendlich sollten wir zunächst einen Halt am Fischerdenkmal machen.

Dort wurden wir von einem freundlichen Bürger auf die Motorradparkplätze in der Nähe aufmerksam gemacht.

Dann konnte man sich voll und ganz auf die Schönheit am Meer, Castro Urdiales konzentrieren. 

Direkt am Kai sollten wir dann auch das Mittagessen einnehmen, dass natürlich aus Meerestieren bestand, lecker gegrillte Sardinen . . . nicht unbedingt Dieters Favoriten.

Leider mussten wir irgendwann Castro Urdiales wieder verlassen, denn wir wollten ja noch „ein wenig“ Motorradfahren. Aufgrund des Verkehrs und mancher Verkehrsteilnehmer sollte es nicht so einfach sein, wieder aus dem Ort herauszufahren. Aber schließlich befanden wir uns dann doch auf der Küstenstraße N-634, Avenida de Islares und mussten für dieses Panorama einfach anhalten.

Schließlich entfernten wir uns auf der N-634 von der Küste und fuhren wieder zurück ins Landesinnere. Als wir dann auf die CA-151 einfuhren hatten wir die Schleife die uns an den Atlantik führte, zugezogen.

Auf der folgenden CA-510 nach Westen gabs dann wieder mal ein richtiges Kurvenbrett auf einer, der Karte nach unscheinbaren Straße, um die Ohren. Die kurzen 13 Kilometer hatten es wieder mal in sich und so mussten wir es an der Ampelanlage (N-629) in Ampuero „ausrauchen“ lassen.

Das kurze Stück auf der gemächlichen N-629 Richtung Süden kam uns gerade recht, um den Kreiselkompass sich wieder einpendeln zu lassen. Dies war umso notwendiger, als uns dann unmittelbar hinter Ramales de la Victoria mit der CA-256 erneut ein Brettchen der Kategorie CA-510 unter die Räder kommen sollte.

Unweigerlich führte uns die CA-256 erneut auf die CA-665. Das Stück Teer, dass wir bereits knapp eine Woche vorher geritten waren. Zuerst bemerkten wir nicht, dass wir hier schon Mal waren, doch mit der einspurigen Fahrbahn, auf der 30 km/h in manchen Kurven schon zu schnell sein konnte, kam die Erinnerung schnell zurück.

Wieder wechselten wir die Region und fanden uns Richtung Süden auf der BU-571 . . . zurück in Kastilien. Uns treib es indes noch weiter nach Westen und so tauschten wir die BU-571 gegen die BU-570. Ab Las Machorras folgten wir dem Rio (Fluss) Trueba zunächst auf einer ziemlich geraden Strecke.

Laut Beschilderung sollte die weitere Strecke zurück nach Kantabrien eigentlich wegen Bauarbeiten gesperrt sein. Eine kurze Kontaktaufnahme mit dem Bautrupp unmittelbar vor Überquerung des Puerto (Pass) De Las Estacas De Trueba (bei der Übersetzung muss ich leider passen), wurden wir durchgewunken . . . alles i.O. mit der Strecke.

Und dann unmittelbar nach der Passüberquerung (CA-631) spült es dir eine Welle von Glückshormonen durch den Körper. Berge, Wolken, Kehren soweit dein Auge reicht. Man wähnt sich fast in den Highlands.

Nachdem wir ein Stück weit ins „Paradies“ eingefahren waren, sollten wir auch mal anhalten um Fotos zu machen.

Als ob es nicht schon genug wäre, stürzt sich einem direkt gegenüber auch noch ein Wasserfall in die Tiefe . . .

Arroyo de Enverao (Cascada Rio Yera)

Diesen landschaftlichen Gong musst du erst einmal verdauen und das dauerte weit über Vega de Pas hinaus, obwohl dafür, wie sich wieder einmal  rausstellen sollte, eigentlich keine Zeit war.

Hinter Vega de Pas führte uns die Tour auf der CA-633 und mit erneutem, mehrfachen Regionenwechsel (2x Kantabrien/Kastilien) auf der BU-574 über den Puerto de la (Pass von) Matanela.

Auf den letztgenannten Strecken sind die „Hügel“ von unzähligen Windrädern gesäumt, die uns fast den gesamten Weg Richtung Ebro-Stausee begleiteten. Zur Krönung hat man dann auf dem letzten Stück zum Stausee auch noch einen fantastischen Blick auf dessen östlichen Teil.

Als wir dann auf die N-623 entlang des nördlichen Ufers des Stausees einbogen, wars nach Hause ins El Montero nur noch ein „Katzensprung“ von etwas über 30 Kilometern.

Natürlich ließen wir auch diese Tour nach ihren 340 Kilometern „artgerecht“ ausklingen.

 

13. Tag, Donnerstag, 13.06.2019

La Bestia Dorso Geburtstagstour (Tour Nord – San Vicente de la Barquera)

Knapp ein Jahr nach der letzten Geburtstagstour unseres Don (19.06.18), sollten wir ein weiteres Jubiläum auf Tour feiern dürfen. Diesmal überschritt unser Bestienzähmer Peter die Grenze eines halben Jahrhunderts..

Seine Tour-Vita ist umso erstaunlicher, weil er nach fast zwei Jahrzehnten der Motorradabstinenz, der letzte richtige Tourausritt lag da schon zurück in den ausgehenden 80ern mit einer Yamaha 350er YPVS, erst so richtig wieder mit der ominösen 2010er Nordspanientour, damals gefahren mit einer 690er SMC-Kati, ins Touren einstieg. Auch damals feierte man Peters Geburtstag während der Tour im legendären Os de Civis.

Soviel zur Motivation seine Geburtstage mit den Kumpels auf Tour zu „fahren“.

Die heutige Tour in den Norden Kantabriens, stand im Zeichen dieses Ehrentages und sollte die 300er Marke keinesfalls überschreiten.

Wieder einmal trieben wir unsere Untersätze zunächst durch den Naturpark Saja – Besaya. Und wenn wir die CA-280 auch noch ein weiteres Mal in beide Richtungen gefahren wären, sie hätte nichts von ihrem Reiz verloren.

Einen anderen Verlauf als geplant nahm die Tour ziemlich früh, als das Navi bei Valle in westliche Richtung auf die CA-182 vorgab. Gegen die Strecke ist ja grundsätzlich nichts einzuwenden, zumal wir sie auch schon ein paarmal gefahren waren. Der ursprüngliche Plan sah allerdings schon vor noch weiter nach Norden auf der CA-180 bis Cabezón de la Sal zu kommen, um dann an die Küste zu gelangen. Aber wenn wir schon mal wieder auf dem Kracher CA-182 dann nutzen wir auch gleich das Angebot schamlos aus!

Unversehens fand man sich so erneut in Puentenansa wieder, das obligatorische Spritfassen bei „unserer Haustankwärtin“ entfiel dieses Mal.

Dann zogen wir auf der CA-181 entlang des Rio Nansa nach Norden bis wir die Autovia del Cantabrico (A-8) querten. Jetzt bestand die Aufgabe darin doch wieder in die Spur zu finden und den ursprünglich vorgesehenen Routenpunkt (N-634) weiter im Osten anzusteuern, und zwar ohne viel Zeit zu verlieren. Hierzu fuhren wir auf der A-8 ca. 25 Kilometer gen Osten bis diese die N-634 kreuzte.

Dann so schnell wie es ging runter von der A-8 und von der N-634 und rein in die niederkategorisierten „Nebenstraßen“. Die CA-354 sollte es als erstes für uns richten. Wieder einmal sollten wir von der Qualität von sogenannten unterkategorisierten Straßen überrascht werden. . . .

„Many kippte hier schon das erste Mal der Sittich ohnmächtig von der Stange“ . . . 

Die CA-354 führte uns nach Santillana del Mar und somit in die Nähe des Atlantiks. Wenn man weiß, dass die Gegend die Heimat von Gaudís "El Capricho" (Comillas) und einer der Welt bekanntesten prähistorischen Orte (Höhlen von Altamira) ist, dann befanden wir uns mitten in ziemlich geschichtsträchtigen Terrain.

Uns trieb es indes immer weiter entlang der nordspanischen, kantabrischen Küste und somit in die Nähe des Atlantiks. Unmittelbar bevor wir auf der auf der CA-131 San Vicente de la Barquera erreichten, packte das altbekannte Männchen diesmal den „Landschaftshammer“ aus.

In San Vicente de la Barquera trieb es uns zu einer mehr oder weniger kurzen/langen Pause an die sogenannte „RompeOlas“ (wörtlich Wellenzerstörer).

„Wo wir ein Date mit Dieter‘s verschollenem, dreiarmigen ‚Krakenbruder‘ hatten.“ (Insider)

Weils das Glück hier wieder einmal mehr als gut mit uns meinte, sollten wir dann auch noch mit einem klassischen Überblick am vermeintlich besten Aussichtspunkt bei San Vicente de la Barquera beim Tanken belohnt werden.

Da wir immer noch die Nähe des Altvaters Atlantik suchten, trieb es uns dann schließlich auch auf die CA-380. Das kurze Stück entlang des Deltas des Rio Nansa . . . spätestens bei der Pause am Denkmal für den Fischer von Caña (Monumento al Pescador de Caña) . . . waren wir wieder bereit für ein „Mannschaftsfoto“. Auch wenn wir Stutzen, Stollenschuhe und Trikots nicht dabei hatten . . . es wär bestenfalls eh nur eine Altherrenaufstellung geworden . . .

Die Bank steht hier deshalb „nur“ symbolisch, exemplarisch . . . denn noch sind wir nicht Reservisten . . . zumindest nicht beim Touren.

Allein die Suche nach etwas Essbarem blieb an dem Tag erfolglos. Um die Jahreszeit hatten die vorher ausgesuchten Restaurants nicht geöffnet, sodass wir uns darauf einigten, nach der Rückkehr ins El Montero einen kleinen Snack einzunehmen.

Ich wills hier mit der weiteren Tour zurück ins Hotel kurz halten. Wir hatten an dem Tag noch Herausforderungen zu meistern. Bei der Tour ins Landesinnere fing es zunächst zu „sprühregnen“ an. Trotzdem fuhren wir die eine oder andere Ecke Richtung Heimat noch raus.

Dann bereits bei der Rückfahrt über die CA-280 und spätestens bei der Auffahrt (Richtung Süden) und Überfahrt zum/des Puerto de Palombera durch den Naturpark Saja – Besaya, dichter Nebel. Es bestand höchste Gefahr bei einer möglichen Kollision mit Weidevieh in dessen Magen zu landen, obwohls umgekehrt normal wäre.

Wieder einmal ging alles gut für uns „naus“ (hinaus) und so endete die Tour und der Tag ganz im Zeichen des Geburtstages mit einer fulminanten Feier zu Ehren des Jubilars, dem . . .

„Bändiger des Spritmonsters“

mit kantabrischen/valencianischen Paellas, zubereitet durch Doña Lali und serviert vom Maestro Don Carlos selbst, und weiteren „Köstlichkeiten“.

 

14. Tag, Freitag, 14.06.2019

Abschiedstour

Eigentlich wäre dies der Tag unser Rückreisetag nach Hause gewesen. Aber der Umstand dass es uns so gut im El Montero gefallen hat und dass eine Verlängerung zu dieser Jahreszeit noch möglich war, führte dazu, dass wir noch eine Tour dranhängen konnten. Mittags wollte man wieder zurück im El Montero sein, weil man noch Packen und Aufladen musste, um am nächsten Tag (Samstag, 15.07.19) zeitig, aber endgültig aufzubrechen.

Was sich da anbot, war eine Tour um den kompletten Ebro-Stausee mit einem anschließenden Aufstieg in die kantabrischen Picos de Europa unmittelbar unterhalb des Pico Tres Mares.

Eigentlich hatten wir ja schon irgendwie während der anderen Touren den Ebro-Stausee umrundet, nur eben nicht in einem Zug.

Wir fuhren zunächst auf der CA-171 in östliche Richtung. Die spontane Idee war dann, eine der „Halbinseln“ anzufahren, um einen gigantischen Ausblick über den Stausee in alle Richtungen zu bekommen. Hierzu bot sich der Ort La Riva (CA-727) an.

Die ca. 50 Kilometer Runde um das künstliche Gewässer über die CA-171, CL-630, N-623, BU-V-6425, BU-642 und die CA-730 war relativ schnell gezogen, sodass man sich überlegte noch einen weiteren Haken, in die Region Kastilien einzufahren. Wir wollten das Ende unserer Motorradtouren scheinbar so mit aller Macht hinaus zögern.

Der kurze Haken den wir in Kastilien fuhren ging über Barruelo de Santullán und Brañosera und schließlich über die CA-280 zurück nach Soto/Espinilla.

An dem Kreisverkehr begann für uns im wahrsten Sinne der Aufstieg in die Wolken der Picos de Europa. Aber das konnten wir hier unten noch nicht ahnen.

Da die Auffahrt in die kantabrischen Picos auch gleichzeitig die Auffahrt zur Skistation von Alto Campoo ist (CA-183), sollten wir auf ca. 20 Kilometern „as(phal)treine“ Voraussetzungen zum Fahren vorfinden. So steuerten wir zunächst den Großparkplatz unmittelbar an den Liften am Alto Campoo (hohes Feld) an.

Hier war für uns aber noch lange nicht Schluss. Das letzte Stück zum Parkplatz auf knapp über 2000 Höhenmeter, dem Aussichtspunkt (Mirador) von Fuente de Chivo, war Pflichtprogramm.

Wir hätten uns in den Allerwertesten gebissen, wenn wir dieses letzte Anhöhe nicht genommen hätten, wie die Fotos zeigen.

. . . ein weiterer Moment für die Ewigkeit . . .

Dann nahmen wir den Weg zurück ins Hotel, weil die Pflicht rief . . .

Natürlich kredenzten unsere Herbergseltern Lali und Carlos an unserem letzten Abend nochmal ein gigantisches Menu. Dabei erzählte Carlos die Geschichte die hinter dem Namen Pico Tres Mares (Gipfel der 3 Meere) steht:

Der Gipfel heißt unter anderem auch Pico Tres Gotas (Gipfel der 3 Tropfen), weil jeder Tropfen Wasser der dort oben zu Boden regnet, seinen Weg am Ende in eines der 3 Meere nehmen kann . . . welches ist ungewiss . . .

Eine mystische Geschichte . . .

Im Gegensatz dazu nehmen unsere Tagesenden, bei denen jeder von uns seinen persönlichen „Sonnenuntergang“ gelegentlich selbst herbeiführt, eigentlich immer den Weg in den Unfug . . .

. . . mystisch daran ist höchstens, mit welchen Zipperchen man am nächsten Tag aufsteht . . . na dann gute Nacht Locos . . .

 

15./16. Tag, Samstag/Sonntag, 15./16.06.2019

Rückfahrt Soto/Reinosa – Nürnberg/Schwaig

Wieder war der Tag gekommen, den einerseits alle fürchteten (Ende der Jahrestour) und andererseits herbeisehnten (nach Hause). Nachdem wir am Vortag bereits die Vorbereitungen mit dem Aufladen der Maschinen abgeschlossen hatten, gabs an dem Morgen nur noch die Aufgabe sein Hab und Gut zusammenzusuchen und wieder in die Behältnisse zurück zu stopfen, aus denen man sie vor knapp 2 Wochen entnommen hatte. Die Zusatzaufgabe bestand darin, nichts zu vergessen.

Man machte noch ein paar weitere Mannschaftsfotos

- mit Rosa und Herbert, die man kennen und schätzen gelernt hatte

 - vorallem mit Lali und Carlos, die uns 2 Wochen ausge- und unterhalten, zudem exzellent verköstigt und uns jeden Wunsch erfüllt haben. Bei denen wir, wenn auch nur für kurze Zeit, das Gefühl haben durften, zu Hause zu sein . . . 

Und dann gings über Nacht Richtung "deutsche" Heimat.

 

Dabei unterschied sich das Prozedere nur geringfügig von dem auf der Hinfahrt . . .

. . . Peter konnte sich nicht für Schlafunterstützung oder Sonnenschutz entscheiden . . . 

. . . und Dieter stellte, ganz uneigennützig, seinen Rücken als Vespertisch zur Verfügung . . .

Das angemietete Fahrzeug stellte auf ca. 1800 Kilometer erneut seinen Komfort unter Beweis.

Und auch wenns noch so schön ist/war, kommt man trotzdem immer wieder zu seinen Lieben nach Hause . . .

 

 

F a z i t

 

Die TagesTouren

Bei den insgesamt 10 Touren mit knapp 3000 Kilometern, die wir heuer in Nordspanien gefahren sind, ließen wir relativ viel Gummi auf der Straße. Dabei waren die Touren von abwechslungsreichen Landschaften und Asphaltbeschaffenheiten geprägt. Als Highlights stechen einige Streckenabschnitte heraus:

- die kurzen Fahrten in der Nähe/entlang der kantabrischen/asturianischen Küste

- die Strecke über den Puerto de las Estancas de Trueba und ins Tal entlang des gleichnamigen Flusses Trueba auf der CA-631

- das Panorama in Castro Urdiales

- die nahezu endlosen Geraden auf der Kastilischen Hochenebene (Meseta)

- die gigantischen Ausblicke (Berge und Meer, Küstenlinie) an den Aussischtpunkten

- das Stauseepanorama von Riaño

- die Stecke entlang des Stausees von Camporredondo (P-210)

und nicht zu vergessen, die “Kaskade” bei Tudanca

Die Aufzählung, ein kurzer Ausschnitt dessen, was Kantabrien und Asturien heuer für uns bereithielt.

 

Die KultTouren

Mit Santander und Burgos waren 2 Städte auf unserem Programm, die Geschichte quasi inhaliert haben, die aber unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite Burgos, das exemplarisch für das alte, zentrale Spanien steht, dessen Macht im ausgehenden Mittelalter für Entdeckungen und Eroberungen sorgte. Und da Santander, eine der Perlen an der der kantabrischen Küste, welche das typisch nordspanische und atlantikgeprägte, das grüne Spanien repräsentiert.

 

Das Team

Nach den zig Touren die wir die letzten Jahre zusammen gefahren sind, hat man sich aufeinander “eingeschwungen”. Getragen von dem Willen zum maximalen Spaß (Jünger des Unfugs), in der kurzen Zeit, die wir zusammen auf Touren verbringen. So würde man es auch länger miteinander aushalten, auch wenns unterscheidliche Tagesformen und -stimmungen gibt.

 

Lasst uns die Welle so lange weiter reiten, wie es eben geht

 

Die Unterkunft

Mit dem El Montero blieb uns das sagenhafte Glück treu, dass wir bereits die letzten Jahre mit unseren Unterkünften hatten. In dem liebevoll gestalteten und gepflegten Hotel fühlt man sich schnell wohl.

Lali und Carlos als “Gasteltern” haben zu dürfen, die versuchen jeden Wunsch zu erfüllen und die so schnell eine heimelige Atmosphäre für uns schafften, sodass wir uns in der kurzen Zeit fast wie zu Hause fühlten.

Sagenhaftes Abendmenu, das Frühstück genau richtig in Auswahl und Menge. Das Hotel als Ausgangspunkt für Motorradtouren in alle Richtungen ideal gelegen und für unsere Belange (Zugfahrzeug+Anhänger) mit einem großen Parkplatz versehen. Bessere Voraussetzungen findet man kaum.

Leider verging die Zeit wieder einmal wie im Flug. Nordspanien wir kommen wieder . . . aber uns treibt die Welle weiter . . .

Genau in die Richtung schlägt die Tour nächstes Jahr (2020) nach Norwegen. Lange geplant, verworfen, und wieder aufgenommen In allen Belangen eine Herausforderung, der man sich stellen will.

 

 

Norwegen 2020 wir brennen auf dich!

 

 

Stand: 12.12.19

 

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